Das Deck der Adventure war schon lange marode gewesen. Teile des schönen Teakbelags waren schon Jahre zuvor notdürftig durch eine Laminatschicht ersetzt worden. Das kaputte Ankerluk, wie schon anlässlich des Oslotörns beschrieben, war nur ein Symptom des fortschreitenden Verfalls.
Schließlich reifte im Kopf meines Vaters die Idee, mir ein komplett neues Deck zu bauen. Dazu sollte ein neuer Aufbau gehören, und bei der Gelegenheit fiel ihm ein, dass er eigentlich schon länger von einer Deckssalonjacht träumte, was einen großflächigen Umbau der Inneneinrichtung nach sich ziehen würde. Außerdem müsste innen ohnehin fast alles raus, weil auch die Bodenwrangen dringend erneuert werden müssten...
Wer meinen Vater kannte, wird nicht überrascht sein, dass am Anfang ein Pappmodell stand. Abgesehen vom offenen Heck und den Proportionen des Aufbaus wurde dieser Entwurf so umgesetzt.
Nachdem der Eigner (also ich) den Plan abgesegnet und die Finanzierung zugesichert hatte, ging es ans Werk. Im Dezember 2010 waren im Garten meiner Eltern, geschützt unter dem Freisitz, schon erste Bauteile zu erkennen.
Die neuen Decksbalken wurden hübsch aus mehrfarbigen dünnen Leisten verleimt.
Die Seitenflächen des Aufbaus wurden auf meinen Wunsch hin in Mahagony ausgeführt. Damit habe ich mir bis heute eine Menge Arbeit eingehandelt. Aber man sollte doch erkennen können, dass die Adventure ein Holzboot ist.
Das Deck besteht, wie zuvor, aus Sperrholzplatten mit 5 mm Teakauflage, die den Eindruck eines echten Teakstabsdecks erwecken sollen. An das gute Burma-Teak, 2010 schon stattlich bepreist, ist heute legal kaum noch ranzukommen.
Im Frühjahr 2011 war das neue Deck fertig.
Währenddessen begann ich mit Demontagearbeiten an der Adventure. Alles musste vom Deck, die meisten Beschläge waren zur Wiederverwendung vorgesehen. Hier erkennt man noch die verrotteten Partien an Seiten- und Vordeck, die Jahre zuvor hässlich weiß überlaminiert worden waren.
Es geht los! Das sperrige Teil aus dem Garten zu schaffen war eine ganz schöne Viecherei.
Ankunft bei der Werft.
Der alte "Deckel" wurde vom Rumpf gesägt, der Salon entkernt, die Bodenwrangen ausgetauscht.
Neues Deck drauf, neue Sitzgruppe im Salon.
Im Juni 2011 erledigte ich einige Restarbeiten allein. Jetzt sieht es schon wohnlich aus.